Die Aufmerksamkeits
-ökonomie
|| Klasse 9-13
Aufmerksamkeit als Ressource digitaler Plattformen und Strategien zum Schutz.

|| Hintergrund
Digitale Plattformen sind so gestaltet, dass sie Aufmerksamkeit binden, Nutzung verlängern und Verhalten formen. Das Smartphone ist längst kein bloßes Werkzeug mehr, sondern ein zentraler Taktgeber unseres Alltags. Alltägliche Momente, Situationen oder Orte werden zunehmend von der zwanghaften Präsenz des Smartphones und seiner Anwendungen bestimmt. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr allein mit technischem Fortschritt oder dem Versprechen maximaler Bequemlichkeit erklären. Die Wurzel zunehmend ungesunder Nutzungsmuster liegt in der Natur menschlicher Bestrebungen. Was den Menschen einst dabei half, Grundbedürfnisse zu sichern, wird heute genutzt, um sie in digitale Welten zu ziehen, dort zu halten und langfristig an sie zu binden.
Dopamin wird umgangssprachlich of als ‚Glückshormon' bezeichnet - tatsächlich ist es ein zentraler Neurotransmitter im Belohnungssystem unseres Gehirns. Es signalisiert: „Das lohnt sich“. Dopamin spielt eine Schlüsselrolle in Belohnungsverarbeitung, Motivation und Lernen und ist daran beteiligt, dass Verhaltensmuster entstehen und erhalten bleiben. Die systematische Ausrichtung großer Tech-Konzerne knüpft genau daran an: Sie nutzen diese Mechanismen, um Aufmerksamkeit zu maximieren und als Geschäftsmodell zu verwerten. Die verbrachte Zeit ist somit die Währung in der wir zahlen. Unsere Aufmerksamkeit bestimmt den Erfolg. Dopamin ist ein großer Bestandteil in dieser Rechnung, und so werden die Funktionsweisen digitaler Plattformen präzise auf unser Gehirn ausgerichtet, um dieses maximal mit Reizen zu fluten und Verhalten, Momente, Orte – unsere Zeit – auch zu ihrer zu machen.
|| Workshop || Die Aufmerksamkeitsökonomie
Der Workshop ‚Die Aufmerksamkeitsökonomie‘ vermittelt Schüler*innen ein vertieftes Verständnis dafür, wie digitale Systeme gezielt gestaltet sind, um Aufmerksamkeit zu binden, Nutzung zu verlängern und wiederkehrendes Verhalten zu erzeugen. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass digitale Attraktivität kein Zufallsprodukt ist, sondern aus ökonomischen Interessen und psychologischen Wirkmechanismen entsteht und sich in konkreten Designentscheidungen widerspiegelt. Diese Gestaltungsprinzipien werden im Workshop gemeinsam analysiert und kritisch eingeordnet.
Zum Einstieg beschäftigen sich die Schüler*innen in interaktiven Formaten mit den Grundlagen Aufmerksamkeitsbindender digitaler Inhalte und deren Einfluss auf Wahrnehmung, Motivation und Verhalten. Dabei wird erforscht, wie das menschliche Belohnungssystem funktioniert, wie es durch digitale Reize kontinuierlich stimuliert wird und welche Auswirkungen diese permanente Aktivierung auf Konzentration, Entscheidungsverhalten und Wohlbefinden im Alltag haben kann.
Darauf aufbauend untersuchen die Schüler*innen anhand lebensnaher Beispiele konkrete Mechanismen, mit denen digitale Plattformen Aufmerksamkeit gezielt binden und langfristiges Interaktionsverhalten sichern. Dazu zählen unter anderem algorithmische Verstärkung, soziale Rückkopplung sowie engagement-getriebene Inhalte, die etwa multisensorisch inszeniert oder emotionalisierend und polarisierend gestaltet sind. Diese Analyse dient als Grundlage, um digitale Nutzungsgewohnheiten nicht als Ergebnis bewusster individueller Entscheidungen, sondern als Folge strukturell und ökonomisch gesteuerter Interaktionsmechanismen zu verstehen.
In Gruppenarbeiten identifizieren die Schüler*innen eigene schützenswerte Momente, Situationen und Orte, die bewusst frei von digitalem Einfluss bleiben sollen. Darauf aufbauend entwickeln sie konkrete, situations- und ortsspezifische Tools, die als individuelle ‚Schutzmechanismen‘ dienen, um manipulativen Eingriffen digitaler Systeme im Alltag entgegenzuwirken.
Der Workshop bildet eine essenzielle Grundlage, um Schüler*innen zu befähigen, manipulative digitale Umgebungen zu erkennen und eigenständig Werkzeuge zu entwickeln, die sie in einem selbstbestimmten und nachhaltigen Umgang mit digitalen Welten stärken.
Alle Schüler*innen arbeiten während des Workshops mit einem begleitenden Booklet, in dem zentrale Inhalte festgehalten und reflektiert werden. Das Booklet unterstützt die eigenständige Weiterarbeit im Unterricht, im Alltag und zu Hause.
Dauer: Angesetzt auf 135 Minuten (~3 Schulstunden)
|| Lernziele:
Schüler*innen können...
1.
…das menschliche Belohnungssystem in Grundzügen erläutern und den Zusammenhang zu digitalen ‚Triggern' (z. B. Likes, Benachrichtigungen, Streaks) herstellen.
4.
…kritisch reflektieren, wie digitale Einflüsse Situationen, Momente und Orte verändern, und daraus Konsequenzen für das eigene Verhalten ableiten.
2.
…zentrale Elemente aufmerksamkeitsbindenden Plattform-Designs benennen und deren Wirkung auf ihr eigenes Nutzungsverhalten beschreiben.
5.
…Grundlagen und Bedeutung digitaler Selbstbestimmung erklären und auf das eigene Verhältnis zu digitalen Medien übertragen.
3.
…Risiken eines hohen Social-Media- und/oder Gaming-Konsums für ihren Alltag beurteilen.
6.
…eigenständig konkrete, alltagstaugliche Strategien und Tools zum Schutz vor unreflektiertem Konsum entwickeln und situationsangemessen anwenden.
Reflexionsübungen
Grafische Darstellungen
Interaktive
digitale Tools
Diskussionen
Gruppenarbeiten
|| Preis
Der Satz pro Workshop beträgt 300 Euro. Wenn Sie unser Tages-Format buchen, berechnen wir 550 Euro.
Wir freuen uns von Ihnen zu hören und stehen für weitere Fragen jederzeit gerne zur Verfügung!
|| Rückmeldungen
Cosmopolitan School Berlin
Freiwillige Feuerwehr Nienstedten
"Teachers and students were highly engaged throughout the workshops, and I would love to invite Paul and Linus back for follow-up sessions. I highly recommend them for their passion for the topic, their clear and engaging presentation style, and their genuine dedication to helping children develop a healthier relationship with digital devices. Their message is both highly relevant and a valuable addition to any curriculum."
"Die Kinder der FFN wurden angeregt, ihren eigenen digitalen Konsum, und dessen ihres Umfelds zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen. Durch die klare und enthusiastische Art blieben die Kinder, trotz der Ernsthaftigkeit des Themas, am Ball. Dies erweckte eine bemerkbar kritischere Denkweise in den Tagen nach des Workshops. Wir können den Workshop an jede Bildungsinstitution empfehlen und würden uns sehr freuen, Linus und Paul auch in Zukuft wieder bei uns begrüßen zu dürfen!"
Janusz-Korczak-Oberschule
"Es war sehr gut und auf Augenhöhe für die 10. Klasse rübergebracht. Die Kinder konnten produktiv ihren Medienkonsum reflektieren und die Inhalte mit Vorwissen verknüpfen."
|| Kontakt
Bei Fragen oder Interesse an unserem Angebot freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme!
|| Zusätzliche Informationen
Die Workshops von DigitalAberFrei werden im Ramen des Pionierprojektes 'EduCollective' angeboten, welches als dezentrale Plattform für eine nachhaltige und kollektiv visionäre Entwicklung der Bildungslandschaft dient. Indem Sie unsere Workshops buchen, unterstützen Sie gleichzeitig den Bau der EduCollective Plattform und helfen somit Bildungssysteme weltweit an die globalen Herausforderungen anzupassen.
